Detaillierter Reiseplan
Hier finden Sie den Ablauf dieser Reise.
Monets Küste
Die Normandie
Landschaft
Ausstellungen
BusreiseAufregend schön und zugleich bedrohlich: Das Interesse der Künstler galt vor allen Dingen der charakteristischen Klippenlandschaft von Étretat. Maler und Schriftsteller reisten an den abgelegenen Ort und machten ihn durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder. Guy de Maupassant erhob mit seinen Erzählungen, in denen die Kreidefelsen, das Meer und die melancholische Atmosphäre der Küste eine zentrale Rolle spielen, Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort. Der Komponist Jaques Offenbach ließ sich in dem kleinen Küstenort eine großzügige Villa bauen. Gehen Sie mit uns auf Spurensuche und entdecken diesen inspirierenden Ort.
Leistungen: Busreise, 6 Reisetage, 5 Übernachtungen in einem guten 4****-Hotel im Zentrum von Rouen, Halbpension, ein Mittagslunch, alle Rundfahrten, Eintrittsgelder und Führungen laut Programm, kunsthistorische Reiseleitung
Reiseleitung: Karl Meiser
| Preis pro Person im Doppelzimmer ab Saarbrücken: | 1.980 € |
| Einzelzimmeraufschlag: | 350 € |
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Morgens starten wir zeitig in Saarbrücken und fahren zunächst mit unserem Bus nach Paris. Zunächst gönnen wir uns Zeit für eine Mittagspause im Zentrum, ehe wir nach Passy im 16. Arrondissement zum Musée Marmottan weiterfahren. Es ist ein traditionsreiches Museum, das trotz seiner herausragenden Impressionisten-Sammlung kein Besuchermagnet ist. Ein Geheimtipp ist es längst nicht mehr und war es sicher auch nie – es liegt schlicht etwas abseits der touristischen Trampelpfade. Das renommierte Museum geht auf eine Schenkung des Kunsthistorikers Paul Marmottan an die Akademie der Bildenden Künste im Jahr 1932 zurück, zu der Stiftungen von Donop de Monchy (1950) und Michel Monets (1971) hinzukamen: Mehr als 70 Arbeiten von Claude Monet und Gemälde von Renoir, Sisley, Pissarro, Boudin und Signac sind in dem Museum ausgestellt. Insbesondere die Werke Monets sind von exzellenter Qualität; darunter befindet sich u.a. sein Hauptwerk „Impression, soleil levant“. Nachmittags geht es wieder zurück auf die Autobahn und knapp zwei Stunden später erreichen wir Rouen, wo wir mitten im historischen Stadtzentrum unser Hotel beziehen. Wir sind an allen Abenden in einem guten Restaurant zum Essen zu Gast.
Rouen ist die Hauptstadt der Normandie. Die schon zu Römerzeiten wichtige Hafen- und Handelsstadt Rotomagus gewann im 10. Jh. enorm an Bedeutung, nachdem sich der Wikinger Rollo in Rouen hatte taufen lassen und den Ausbau der Stadt in großem Umfang veranlasste. Ein weiteres historisches Ereignis von nationaler Bedeutung fand 1431 in der Hauptstadt der Normandie statt: die Hinrichtung von Jeanne d'Arc. Eingebettet in eine sorgsam restaurierte Altstadt mit gepflegten Fachwerkhäusern erhebt sich die Kathedrale Notre-Dame. Das 1170 begonnene gotische Bauwerk wurde größtenteils im 13. Jh. fertig gestellt. Der markante gusseiserne Vierungsturm entstand allerdings erst 1825. Claude Monet hat die großartige Fassade in immer wieder neuen Lichtsituationen gemalt und ihr damit zu Weltruhm verholfen. Von besonderem Reiz ist die spätgotische Kirche Saint-Maclou im Flamboyant-Stil. Der zugehörige Kreuzgang diente u.a. als Pestfriedhof und seine Galerien wurden als Beinhäuser genutzt. Außerdem sehen wir uns noch den Justizpalast, das Hôtel de Bourgtheroulde und die Gros Horloge an. Im Musée des Beaux Arts werden wir seine Werke bestaunen. Den Grundstock des Hauses bildete die napoleonische Schenkung aus dem Jahr 1801, die eine Vielzahl von Museumsgründungen in ganz Frankreich zur Folge hatte. Die Sammlungen wurden in den folgenden Jahrzehnten mehrfach erweitert, so dass das Haus gegen Ende des Jahrhunderts als „das vollständigste in Frankreich nach dem in Paris“ galt. Diese geschickte Sammlungspolitik konnte auch im vergangenen Jahrhundert fortgesetzt werden und das Musée des Beaux Arts zählt auch heute zu den bedeutendsten Kunstsammlungen Frankreichs.
Gut eine Stunde von Rouen entfernt befinden sich die steilen Kalkklippen bei Étretat. Die teilweise über 100 m hohe Abbruchkante des Pariser Beckens an der Alabasterküste erlangte Mitte des 19. Jahrhunderts mit ihren Durchbrüchen, Auswaschungen und freistehenden Felsnadeln Berühmtheit. Mit der zunehmenden touristischen Erschließung um 1850 entwickelte sich Étretat zu einem beliebten Seebad und zu einem Treffpunkt für Künstler, Intellektuelle und das Pariser Bürgertum. Maler und Schriftsteller reisten an den abgelegenen Ort und machen ihn durch ihre Werke über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannt. Gustave Courbet malte hier seine berühmten Wellenbilder, Guy de Maupassant erhob Étretat literarisch zu einem Sehnsuchtsort und der Komponist Jacques Offenbach ließ sich in dem kleinen Küstenort eine großzügige Villa bauen. Wir erkunden mit Muße diesen besonderen Ort und seine spektakuläre Küste.
An der Mündung der Seine liegt die kleine Hafenstadt Honfleur, die als schönster Hafen der Normandie gilt: Die alten Häuser rund um das Vieux-Bassin spiegeln sich reizvoll zwischen den Booten im Wasser des alten Hafenbeckens. Wirtschaftliche und militärische Bedeutung verlor die Stadt Mitte des 16. Jahrhunderts an das konkurrierende Le Havre, das König François I. 1517 aus Furcht vor der Versandung Honfleurs gründen ließ. Technische Neuerungen gingen fortan unbemerkt an Honfleur vorbei und die bedeutungslos gewordene Hafenstadt konnte sich so ihr bezauberndes Flair bis in die Gegenwart bewahren. Wir flanieren am Hafenbecken entlang, besuchen die berühmte Holzkirche Sainte Catherine und besichtigen das Musée Boudin. Die Sammlung umfasst überwiegend Werke normannischer Maler, die sich in Honfleur aufgehalten haben, u.a. von Gustave Courbet, Eugène Boudin, Claude Monet und Raoul Dufy. Um wieder auf das rechte Seineufer zu gelangen, nehmen wir eine der längsten Schrägseilbrücken Frankreichs, die Pont de Normandie. Unser Ziel ist Le Havre, die größte Stadt der Normandie. Die alte Hafenstadt am Ärmelkanal hat im Zweiten Weltkrieg schrecklich gelitten und wurde fast gänzlich verwüstet. Der belgische Architekt Auguste Perret war mit einem Team von 60 Architekten für den Wiederaufbau in den frühen Nachkriegsjahren von 1945-54 verantwortlich. Seine charakteristischen Betonbauten bestimmen bis heute das Stadtbild Le Havres, das seit 2005 unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe steht – als bislang einziges Stadtensemble in Europa. Wir besuchen das Musée des Beaux Arts André Malraux mit seiner großartigen Impressionistensammlung. Es wurde im Jahr 1845 gegründet und 1999 nach dem ehemaligen Kulturstaatsminister André Malraux benannt.
Nur wenige Kilometer von Rouen entfernt, mitten in dem kleinen, stillen Dorf Montérolier, verbirgt sich ein botanisches Juwel, der Jardin du Mesnil. Der 4 Hektar große Garten im Stil englischer Gärten beeindruckt mit seinen prachtvollen japanischen Ahorn, Cornus, Magnolien, Liquidambars, Hortensien und Rhododendren. Er ist ausgezeichnet als „Jardin Remarquable“. Nachdem wir in dem schönen Ambiente des Gartens zu Mittag gegessen haben, kehren wir am frühen Nachmittag zurück nach Rouen. Den Nachmittag können Sie nach eigenem Gusto gestalten und die Innenstadt individuell erkunden. Falls nicht, laden wir Sie zum Besuch des Musée de la Ferronnerie ein. Das Museum für Schmiedekunst beherbergt die weltweit größte Sammlung alter Schmiedearbeiten, in dem es einzigartige Eisenobjekte zu entdecken gibt.
Eine gute Autostunde von Rouen entfernt liegt Giverny. Hier lebte und arbeitete Claude Monet von 1883 bis 1926. Sein Erfolg als Maler erlaubte es ihm, hier ein Landdomizil mit einem wunderschönen Garten zu erwerben. Monets besondere Liebe galt dem japanischen Garten und seinem Seerosenteich, der seine künstlerische Phantasie inspirierte. Die Gartenanlagen wurden vor einigen Jahren wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt und zeigen bis weit in den Herbst jenes flimmernde Wechselspiel von Licht, Form und Farbe, das den „Maler-Gärtner“ so faszinierte. Nach der Mittagspause fahren wir über Paris zurück nach Saarbrücken.
Vorbehaltlich Änderungen im Programm.