0681 - 389 470
Datum29.09.2020 - 29.09.2020

Der Norden Lothringens im Dreiländereck

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Beschreibung

In seinem wundervollen Buch „Liebe zu Lothringen“ beschrieb Günter Metken das Gebiet, das wir als Ziel unserer nächsten Tagesfahrt anbieten möchten, folgendermaßen:

„Selten ist Lothringen so unverfälscht arkadisch wie hier. Selten auch halten unauffällige Orte solche Beispiele kunstgewordener Frömmigkeit bereit ... Hier sind Schätze zu heben, die man sich nicht träumen lässt.“

Von Saarbrücken geht es an der Saar entlang und an Perl vorbei nach Rodemack im Norden Lothringens. Dort erwartet uns eine charmante kleine „Cité médiévale“, die von einer 700 m langen Stadtmauer umgeben ist, ausgestattet mit einem imposanten Stadtttor, einem Wehrgang und acht gut erhaltenen Wachtürmen. Eine imposante Festung thront auf einem steilen Felsplateau, unter dem sich der charmante Ort im Halbkreis um das Burgmassiv ausbreitet. Strategisch gesehen lag der Ort an einer wichtigen römichen Verbindungsstraße zwischen Metz und Trier. Bis ins späte 15. Jahrhundert waren die Herren von Rodemack gewichtige Landesherren mit einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung. 1492 gerieten sie unter die Räder der großen Politik und in den folgenden Jahrhunderten war ihr nicht unbedeutendes Territorium ein Zankapfel der großen Mächte in Europa. Zuletzt belagarten preußische Truppen 1815 die Festung – übrigens erfolglos. Heute ist im Schatten der Stadtmauer ein kleiner Park angelegt worden und Rodemack zählt seit 1987 zu den „Plus beaux villages de France“.

Mehr oder weniger einen Steinwurf weit entfernt liegt unsere nächstes Etappe, Cons-la-Grandville, im Tal der Chiers. Auf einem Plateau über dem beschaulichen Ort erhebt sich ein mächtiger Mauersockel mit einem Schloss, das 1572 für Martin de Custines erbaut wurde. Es zählt zu den schönsten Renaissancebauten in Lothringen, wobei der Mittel- und Westflügel nach den Zerstörungen im Dreißigjährigen Krieg barock modernisiert wurden.

Unser letztes Ziel ist Marville. Auch hier erwarten uns beeindruckende Renaissancebauten, die von der noblen Vergangenheit der kleinen Stadt zeugen: Zwanzig Gebäude sind als „monument historique“ klassifiziert; eine durchaus beachtliche Anzahl. Der Ort erhebt sich auf einer leichten Anhöhe über den Tälern von Othain und Crédon. Marvilles Schicksal war friedvoller als das der Menschen in Rodemack. Durch einen glücklichen Umstand wurde es über mehrere Jahrhunderte gemeinsam von den Grafen von Bar und von Luxemburg regiert und war nicht in die zahllosen Feudalkriege involviert. Eine Blütezeit erlebte Marville vom 15. bis ins 17. Jahrhundert, vor allem während der Zeit seiner Zugehörigkeit zu den Spanischen Niederlanden. Der Ort prosperierte, was an den prunkvollen Gebäuden abzulesen ist, die in dieser Epoche entstanden sind. Der Niedergang war umso schmerzhafter und Marville versank in der Bedeutungslosigkeit und fristete ein Schattendasein, aus dem es sich erst in der jüngsten Vergangenheit befreien konnte. Heute erstrahlt der Ort wieder und sonnt sich im Glanz seiner architektonischen Kostbarkeiten aus der Zeit Kaiser Karls V. Besondere Hervorhebung verdienen die zahlreichen stattlichen Häuser und Stadtpaläste, jene „maisons espagnoles“, die Pfarrkirche Saint-Nicolas und nicht zuletzt der Friedhof mit der kleinen Kirche Saint-Hilaire. Hier hat sich eine einzigartige, fast gänzlich unzerstörte Nekropole mit mittelalterlichen Grabmonumenten und einem Beinhaus erhalten. Am späten Nachmittag geht es dann über die Autobahn zurück nach Saarbrücken.

Reiseleitung: Karl Meiser

Leistungen: Busfahrt, alle Führungen, Eintritt, Mittagessen und Getränke, kunsthistorische Reiseleitung

 

Preis pro Person ab Saarbrücken: 95 €